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so faengt kein roman an
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irgendwann ist der mensch seßhaft geworden. es war ungefähr an dem tag als der erste mensch auf die idee kam, sich einen schlafzimmerschrank zu kaufen. es war ein genialer schachzug der evolution. der schrank war zu schwer um ihn beim sammeln und jagen mit sich herum zu tragen. also erfanden sie ackerbau und viehzucht und ließen sich nieder.

damit der mensch seinen schrank aufstellen konnte baute er sich ein schlafzimmer. aus mehreren schlafzimmern wurde eine wohnung, aus mehreren wohnungen ein haus und aus mehreren häusern wurden die städte in denen der frühere jäger und sammler nun täglich vor seinem schrank einschläft.

es gab immer wieder versuche, den fortschritt aufzuhalten. reaktionäre normadisierer vom stamm der ikeaner erfanden die rollende hängegarderobe. gerade junge menschen ließen sich von diesem leichtmaterialigem zeug verführen. als folge dessen wurden sie zunehmend anfällig für reisen, auslandssemester, häufigen wohnungswechsel und andere unseßhaftigkeiten.

häufig war der garderobenständer gepaart anzutreffen mit der losen_matratze_auf_der_erde, einem längst überwunden geglaubten brauch aus der steinzeit. weil matratzenschläfer näher am boden liegen und damit einer höheren schwerkraft ausgesetzt sind, neigen sie mitunter zur schwermut. in seltenen fällen auch zu schwerfälligkeit.

früher oder später werden die ausreißer der gesellschaft soweit sozialisiert, dass sie sich zumindest schon mal eine wohnung mit schlafzimmer in einer stadt ihrer wahl nehmen. es ist dann nur noch eine frage der zeit, bis sich der natürliche drang nach einem bett und einem schlafzimmerschrank durchsetzt.

sehr beliebt sind gerade schwebetürschränke mit satiniertem glas und japanische buchebetten in nußöl gebeizt.
 

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